Naturgarten

Geöffnet vom 15. April bis 15. Oktober ab 8.00 Uhr
bis zur Dämmerung – im Sommer max. bis 20.00 Uhr

Bis es soweit ist, werden noch einige Arbeiten nötig sein, damit die Natur sich wieder voll entfalten kann.
Eingang-Naturgarten

Entwicklung des Naturgartens

Aufgezeichnet vom Gründer Bernhard Kerlin

Idee und Plan. Als langjähriger Mitarbeiter im Team Natur und Landschaft der Stadt Norderstedt musste ich erleben, dass sich das Bild der öffentlichen Grünflächen rapide veränderte. Das Konzept, naturnahe Flächen zu erhalten und zu fördern, wurde aufgegeben. Stattdessen wurden die Flächen intensiv bearbeitet. Die Stadt sollte „sauber“ sein. So wurden Wildblumenflächen an den Straßen laufend kurz gemäht und somit zerstört. Selbst die Wiesen in den Parks wurden nicht verschont. Dort wurde mit Schlegel- und Rotationsmäher zu Unzeiten gemäht und das Mähgut meist als Mulch auf den Flächen belassen, so dass dort keine Wildblumen mehr blühen.

Für die Natur ist der Verlust von blühenden Wildblumenflächen eine Katastrophe. Zumal auch die Privatgärten mit ihren überwiegend exotischen Pflanzen keinen Ersatz bieten. Aus der Überlegung heraus, Natur erlebbar zu machen und zu zeigen, dass Natur reizvoll ist und ihren Platz in unserer unmittelbaren Umgebung haben muss, überlegte ich, wie man diesen Ansatz zu mehr Natur wieder fördern kann.

Mit einer gefundenen stadteigenen Brachfläche von ca. 4000 qm am Ossenmoorpark kam die Idee, hier in der Nähe von Schulen, Kindergärten und Siedlungen einen Naturgarten zu planen und zu bauen. Dabei war es ein großer Vorteil, dass der Förderkreis Ossenmoorpark e.V. die Patenschaft für den Garten übernehmen wollte.

Aus der Planung wurde Wirklichkeit.

Gemeinsam mit dem Verein wurde das Konzept des Naturgartens dem Oberbürgermeister vorgetragen und von ihm die volle Unterstützung für das Projekt zugesagt. Tatsächlich wurden im Haushalt 2010/2011 die Mittel für den Bau des Naturgartens bereitgestellt.

Nun fing die Arbeit erst richtig an. Aus einer Ideenskizze wurde ein baufähiger Entwurf. Das Leistungsverzeichnis für die Ausschreibung der Erd- und Erschließungsarbeiten wurde von mir erstellt. Das Gelände wurde komplett verändert. Die alte Vegetationsdecke wurde abgetragen, das Wegenetz gebaut und die entstandenen Teilflächen mit verschiedenen Böden und Materialien zur Ansaat von unterschiedlichsten Wiesenblumenflächen aufgefüllt.
Auf anlehmigem Boden wurde eine Fettwiesenmischung, auf einer sandigen Fläche eine Trockensaatmischung, auf Betonschotter eine Blumenschotterrasenmischung, am Knicksaum eine Schmetterlings- und Schattsaummischung angesät. Auf einer mit einem Baumsubstrat aufgefüllten Fläche hat sich spontan eine vielartige Blumenwiese entwickelt.

Zwei unterschiedliche Folienteiche sind Lebensraum von Amphibien und Insekten geworden. Eine besondere Attraktion ist eine aus abgetorfter Vegetation gebaute Moorsenke, in der sich sogar der Sonnentau ausgebreitet hat.

Sehr erfreulich und hilfreich waren die Spenden und Hilfeleistungen von Sponsoren und Fachfirmen. So gibt es Sitzbänke, einen Holzpavillon und einen Hydranten zum Auffüllen der Teiche.

Bilanz und Aussicht. Der Naturgarten ist eine Attraktion im Stillen. Es gibt Besucher, die den Garten regelmäßig aufsuchen, manche aber auch spontan aus Neugierde. Es kommen Hobbyfotografen, Bücherfreunde, die ihre Lektüre in der ruhigen Umgebung genießen, Schüler aus den benachbarten Schulen, Familien auch aus der weiteren Nachbarschaft oder Hobbyvereine, die alle mit Interesse die Wunder der Natur erleben wollen. Mehrere Schautafeln helfen dabei mit ausführlichen Texten und Bildern. Bei Anmeldung gibt es Führungen.

Die Vielfältigkeit der im Garten zu findenden Natur ist einmalig. 2014 wurden unter anderem 22 Arten von Tagfaltern, über 6 Libellenarten und viele Amphibien gefunden. Auf den Wiesen blühen viele „Blumen des Jahres“. Eine Menge Vogelarten leben im Umfeld des Gartens und suchen diesen regelmäßig auf.

Der Garten erfüllt seinen Zweck, Natur zu erleben und reizvoll zu empfinden. Viele Besucher denken darüber nach, ihren Garten natürlicher zu gestalten und plädieren für mehr Natur in der Stadt.

Der Naturgarten muss wie jeder Garten auch gepflegt und gehegt werden. Um die angestrebte Vielartigkeit der Flora und Fauna zu erhalten, ist ein ausgeklügeltes Pflegemanagement erforderlich. Dafür gibt es einen umfangreichen Pflegeplan. Der Förderkreis Ossenmoorpark e.V., der NABU mit seiner Ortsgruppe Norderstedt, das Betriebsamt der Stadt Norderstedt und ich werden gemeinsam dafür sorgen, dass der Naturgarten als Naturoase erhalten bleibt und für mehr Natur in der Stadt Norderstedt wirbt.

Frontbild Flyer Naturgartengrupe

Lage mit Kartenausschnitt
Strassen-Plan-zum-Naturgarten
Luftbildaufnahme des Naturgartens anzeigen!

Bilder sagen mehr als viele Worte (alle Fotos sind von B. Kerlin):

Das kleine Ossenmoor entsteht (PDF)

Viele haben geholfen (PDF)

Sponsorentafel (PDF)

Ein Blick in die zauberhafte Natur des Gartens
Wiesenbilder

Blumen des Jahres im Naturgarten (PDF)

Falter 1 (PDF)

Falter 2 (PDF)

Falter 3 (PDF)

Bienen und Hummeln (PDF)

Libellenvorkommen (PDF)

Kröte und Frösche (PDF)